"Wir näherten uns mit großen Schritten der Eröffnung unseres Unternehmens. Für den Anfang hatten wir genügend Handlanger, einen fähigen Praktikanten und eine sehr vielversprechende Anfängerin, die meine Erzfeindin genau so sehr hasste wie ich. Quint hatte ich, zusammen mit Vinnie, Junior und Big Mike, zum einkaufen geschickt. Ihr wisst schon. Fahrzeuge, Waffen, technische Spielereien und natürlich Räumlichkeiten! Da Quint jahrelang ein eigenes Geschäft leitete, hatte sie das nötige Know How für solche Einkäufe und ließ sich nicht so leicht übers Ohr hauen. Und die anderen Drei hatten zumindest ein Scheckbuch. Ich machte mich währenddessen bereit, um ein paar Menschen aus meiner Vergangenheit zu besuchen. Aber nur rein geschäftlich."
Shego saß gerade vor ihrem Schminktisch und überlegte welches Paar Ohrringe am besten zu ihrer Bluse passen würden, als Tyler den Raum betrat.
"Bist du fertig, Mama? Hey, für wen hast du dich denn so chic gemacht? Suchst du mir endlich einen Papi?"
Im letzten Moment konnte er noch einem schnell heranfliegenden Rougepinsel ausweichen.
"Du weißt doch, wieviel Wert ich auf mein Aussehen lege, du Quatschkopf."
"Ja, aber man könnte meinen, du hast dich heute für einen besonderen Anlass herausgeputzt."
"Ist es ja auch irgendwie. Ich versuche ein paar alte Bekannte zu rekrutieren und da will ich schon einen guten Eindruck machen."
Tyler lehnte sich lässig gegen den Türrahmen.
"Hast du mir nicht gesagt, dass du kaum einen von denen leiden kannst?"
"Der nächste Rougepinsel war schneller als er."
"Los, gehen wir. Das wird heute ein langer Tag."
"Warte einen Moment. Ich habe Rouge ins Auge bekommen."
"Lass es drin. Es betont deine Wangenknochen. Wer schön sein will, muss leiden."
"Erster Halt: DNEsther."
Tyler beobachtete ungläubig das so schrecklich normal wirkende Häuslein, mit dem weißen Gartenzaun und den bunten Blumen im Garten.
"So wohnen also Genies?" fragte er.
"Nur die wirklich verrückten."
Mutter und Sohn hatten kaum einen Fuß in den Vorgarten gesetzt, da sprang schon die Haustür auf und Esther rief: "Oh mein Gott! Das ist ja so lange her!"
"Okay," sagte Shego leise zu ihrem Sohn, "jetzt wird es ernst. Sei wachsam."
Tyler lernte schnell, was sie damit meinte. Esther sprang Shego um den Hals und umarmte sie fest.
"Ich habe mir richtig Sorgen gemacht. Ich hatte schon Angst, da wäre etwas schiefgelaufen. Du warst ja wie vom Erdboden verschluckt. Schwangere Frauen sollten nicht vom Erdboden verschluckt werden."
Gerade als Shego mit dem Gedanken spielte, Esther gewaltsam zu entfernen, wurde diese auf Tyler aufmerksam.
"Oooooh, ist er das? Ist er das? Ist er das?" fragte sie, während sie aufgeregt auf und ab sprang. "Natürlich ist er das. So ein hübscher, junger Mann. Und seiner Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten. Abgesehen von den Ohren. Aber die Mädchen müssen ja verrückt nach dir sein."
Als Tyler bemerkte, dass Esther drauf und dran war, ihm in die Wange zu kneifen, machte er einen großen Satz nach hinten und rief in Panik: "Nicht anfassen! Ich werde schreien!"
Shego packte Esther am Arm und zog sie in Richtung Haus.
"Komm schon, wollen wir nicht lieber reingehen?"
"Aber natürlich. Wo bleiben nur meine Manieren?"
"Und eins noch. Erwähne meinem Sohn gegenüber mit keinem Wort Drakken."
"Warum nicht?"
"Weil ich dir sonst weh tue. Reicht das als Antwort?"
"Gut, aber warum musst du immer so gemein sein?"
"Warum musst du immer so fröhlich sein?"
Kurz darauf fanden sich Shego und Tyler im kitschig dekorierten Wohnzimmer wieder. Esther kam gewohnt fröhlich mit einem Teller voller Plätzchen aus der Küche.
"Hier, bitte. Die habe ich selbst gemacht. Greift zu."
Shego winkte ab.
"Nein, danke. Wir sind geschäftlich hier."
Ihr Sohn nahm sich zögerlich einen Plätzchen. Er hoffte, das würde weiteren Wangenkneiferen vorbeugen.
"Geschäftlich, sagt du?"
"Ja, weisst du, ich bin mit einigen Geschäftspartnern dabei, eine Art böses Imperium aufzubauen. Zu unserem Plan gehört auch, die Besten aus ihren jeweiligen Fachgebieten zu rekrutieren und...naja, du bist nunmal die beste Genetikerin."
"Und Plätzchen backen können sie auch!" fügte Tyler mit vollem Mund hinzu.
"Ach hört auf. Ich werde ja ganz rot. Wisst ihr, ich würde gerne mitmachen, aber ich habe mich seit Jahren voll und ganz einem wichtigen Projekt verschrieben."
"Und das wäre?"
"Meinen Monty wieder entsteinern, ohne dabei das Ende der Welt zu riskieren."
"Ach ja. Den Affen hatte ich völlig vergessen."
"Wisst ihr, es wird erzählt, dass man ihn nur wiedererwecken kann, wenn man dem 'Pfad des Yono' folgt, aber erstens würde ich damit unheimliche Kräfte entfesseln und zweitens bin ich Wissenschaftlerin und habe mit solchem Hokus Pokus nichts am Hut."
Tyler griff nach seinem mittlerweile vierten Plätzchen.
"Nun Esther," sagte Shego, "dieses Projekt verschlingt doch sicherlich eine Menge Zeit und Geld."
Esther seufzte tief.
"Ja, das stimmt leider. Ich musste sogar einige meiner geliebten Knuddelwuddel verkaufen."
"Wenn du für mich arbeiten würdest, könntest du deine Forschung auf meine Kosten weiterführen. Du könntest auf so ziemlich unbegrenzte Ressourcen zurückgreifen. Ich würde dir sogar ein Team von Wissenschaftlern zur Seite stellen. Du müsstest nur hin und wieder auch mal andere Projekte für mich in Angriff nehmen, wenn ich es dir sage. Wärst du dazu bereit?"
Auf Esthers Gesicht zeichnete sich das breite Lächeln ab, ohne das man sie nur selten sah.
"Weisst du, das klingt wirklich sehr verlockend. Kann ich mir das Angebot vielleicht durch den Kopf gehen lassen?"
"Aber natürlich. Wir müssen ohnehin weiter. Komm, Tyler."
"Die Plätzchen waren wirklich hervorragend. Hoffentlich entschließen sie sich, für uns zu arbeiten. Sonst sehe ich mich nämlich gezwungen für sie zu arbeiten, nur um noch mehr von diesen unglaublich leckeren Plätzchen essen zu können."
Mit einem verlegenen Kichern ging Esther in die Küche: "Warte, ich packe dir noch welche für Unterwegs ein."
"Danke, das wäre echt nett." Während er auf die Plätzchen wartete, bemerkte Tyler, dass seine Mutter ihn irgendwie verärgert ansah. "Hey," sagte er. "Probiere erstmal eins. Dann kannst du mich verurteilen."
"Und als wir von Esther ein paar Tage später eine Zusage bekamen, wurde sie auch unsere offizielle Plätzchenbäckerin. Die waren aber auch lecker. Egal. Als nächstes fuhren wir zu Motor Ed."
"Jetzt bin ich aber überrascht," sagte Shego, als sie sich Eds Behausung näherten.
"Was meinst du? Das er in so einer riesigen Villa wohnt?"
"Nein, das die Garage so klein ist."
"Bei genauerer Ansicht stellte sich aber heraus, dass die kleine Garage das eigentliche Haus und die vermeintliche Villa die tatsächliche Garage war."
Ein Ruf erschallte durch die schier unendlich wirkenden Weiten der Garage.
"Hallo!? Jemand da!?"
Doch niemand antwortete Shego. Vom anderen Ende des Gebäudes war aber ein leises, metallisches Hämmern zu hören.
"Vielleicht probieren wir es mal da hinten."
Der Weg zum Ursprung des Geräusches, führte das Mutter/Sohn-Gespann vorbei an dutzenden Fahrzeugen, in allen möglichen Farben, Formen und Spielarten. Vom bis zur Unkenntlichkeit getunten Kombi, bis zum ausgewachsenen Panzer, mit Airbrush-Flammen auf der Kanone, war so ziemlich alles vorhanden, was sich der Fahrzeugfan wünschen konnte.
Das Hämmern wurde immer lauter. Schließlich erreichten sie dessen Urheber. Auch wenn sein VoKuHiLa mittlerweile einer Glatze weichen musste, die von einem mit Totenköpfen übersähten Kopftuch verdeckt wurde, war es unverkennbar Motor Ed. Er saß über eine Werkbank gebeugt und versuchte ein undefinierbares Stück Metall auszubeulen.
Shego rief ihm etwas zu, aber der Hammer war lauter. Sie versuchte es kein zweites Mal, sondern zielte einfach mit ihrem Zeigefinger auf den Hocker, auf dem Ed Platz genommen hatte und zerlegte diesen mit einem gezielten Schuss in seine Einzelteile.
Während er wütend vom Boden aufstand, rieb er sich mit einer Hand seinen schmerzenden Hintern, schwang mit der anderen seinen Hammer und schrie: "Was soll das!? Wir sind doch nicht im Kindergarten! Echt jetzt!" Seine Wut verflog aber schlagartig, als er sich umdrehte und Shego erblickte. "Woah! Was für ein unerwarteter Besuch, echt jetzt. Lass dich umarmen."
Er ließ den Hammer auf den Boden fallen und lief mit ausgebreiteten Armen auf Shego zu. Diese war natürlich nicht wirklich scharf auf eine Umarmung und sprang mit einem weiten Rückwärtssalto ausser Reichweite.
"Hey, nicht anfassen! Du bist verschwitzt und voller Öl und was weiss ich noch alles."
"Klar, tut mir leid. Da wurde ich wohl von meinen Gefühlen überwältigt." Sein Blick fiel auf Tyler. "Wer ist denn die halbe Portion?"
"Das ist Tyler. Mein...persönlicher Assistent."
"Ich wollte nicht eine Million mal erklären müssen, dass ich mittlerweile Mutter bin. Dafür war später noch genug Zeit."
"So so, du hast jetzt einen persönlichen Assistenten? Machst wohl voll einen auf Geschäftsfrau."
"Ja, so kann man es sagen. Und ich will dir ein Geschäft vorschlagen. Was hältst du davon, dauerhaft für mich zu arbeiten? Als Chefmechaniker und Fahrzeugdesigner."
"Du bist wohl was größeres am Planen dran."
"Ja, in gewisser Weise. Ich würde dich gut bezahlen und du hättest ein gewisses Maß an Narrenfreiheit."
"Hör mal Babe, das ist ein wirklich verlockendes Angebot, echt jetzt, aber ich habe leider andere Verpflichtungen."
"Was für andere Verpflichtungen?"
"Ich mache voll einen auf Famile, echt jetzt. Motor Ed hat jetzt eine Motor Frau und einen Motor Sohn."
"Oh, ich gratuliere."
"Ich wollte mir gar nicht vorstellen, was für eine Frau so einen Mann heiratet."
"Danke. Ich hätte dich ja zur Hochzeit eingeladen, aber irgendwie wusste niemand, wo du warst. Da fällt mir ein, weiss Cousin Drew schon von deiner Rückkehr?"
"Nein, noch nicht," antwortete sie mit einem tiefen Seufzen.
"Ich will dir ja nicht reinreden, aber du solltest dich schnell bei ihm melden. Und du solltest meine Frau kennenlernen. Ich glaube, sie wird dir gefallen."
Shego lächelte ihn an.
"Meinst du?"
"Ja, sie ist klasse. Und witzig. Echt jetzt. Jeden Tag tut sie so, als wäre sie sauer auf mich, weil ich ständig in der Garage bin. Dann schreit sie mich an und sagt, sie würde Eddie Jr. nehmen und mich verlassen. Echt jetzt, so eine tolle Show hast du noch nicht gesehen. Schade, dass sie gerade nicht hier ist."
"Wo...ist sie denn?"
"Sie ist mit meinem Sohn einkaufen gegangen, aber sie müsste bald zurückkommen."
"Wann ist sie denn gegangen?"
"Du kannst aber viele Fragen stellen, echt jetzt." Ed warf einen Blick auf die Uhr an der Wand. "Vor drei Stunden." Dann sah er auf den Kalender unter der Uhr. "Und sechs Wochen. Ja, ich weiss, das ist viel Zeit für einen Einkausbummel, aber ich wusste sofort dass das ein größerer Einkauf wird, als ich die vielen Koffer sah, die sie ins Auto packte."
Shego und Tyler warfen sich vielsagende Blicke zu.
"Hör mal, Ed. Du kannst das Angebot ja nochmal überschlafen. Vielleicht ist deine Frau dann auch schon wieder da und du kannst sie fragen, was sie davon hält."
"Ja, klar."
"Und wenn nicht, stell dir vor wie überrascht sie sein wird, wenn du dein Hobby zu einem wirklich gut bezahlten Beruf gemacht hast!"
"Hey, das ist nicht nur ein Hobby, das ist mein Leben. Echt jetzt!"
"Um so besser. Ich melde mich dann bei dir und ich hoffe, du sagst zu. Bis dann!"
"War echt schön dich mal wiederzusehen. Echt jetzt. Mach's gut! Du auch, persönlicher Assistent! Und hey, Shego, vergiss Cousin Drew nicht!"
"Das habe ich nie. Ich meine, das werde ich nicht!"
"Was Motor Ed schließlich endgültig davon überzeugte, unserer Organisation beizutreten, waren die Scheidungspapiere, die am nächsten Morgen in seinem Briefkasten lagen. Irgendwie musste er ja den Anwalt bezahlen. Ein weiterer, alter Bekannter trieb sich ebenfalls gerade in Reichweite herum, also stattete ich auch ihm einen Besuch ab."
Tyler beobachtete sprachlos, wie seine Mutter mal eben so drei von Professor Dementors Handlangern verprügelte. Er wusste natürlich, dass sie eine ausgezeichnete Kämpferin war, aber sie tatsächlich live dabei zu erleben, war etwas ganz anderes als nur davon erzählt zu bekommen oder ihr beim Training zuzusehen.
"Wow, Mama, das war unglaublich," sagte er, als sie von dem Stapel bewusstloser Kampfkolosse hinab sprang.
Shego zeigte sich bescheiden.
"Naja, nicht wirklich. Ich glaube, ich werde alt. Früher hätte ich fünf von ihnen in viel kürzerer Zeit besiegt. Komm, begrüßen wir den Professor."
Sie stieß eine große Metalltür auf. Dahinter befand sich der Hauptkontrollraum von Dementors Versteck. Überall blinkten Lichter und ein gigantischer Monitor zeigte eine Weltkarte an. Eine Klappe öffnete sich im Boden und der Professor kam auf einer Hebebühne von dort hinaufgefahren.
"Ah, wenn das nicht Shego ist. Schönen, guten Tag wünsche ich. Ich hoffe, mein kleines Begrüßungskommitee hat ihnen nicht zuviel Ärger bereitet."
"Ich bitte sie. Sogar meine Frisur sitzt noch!"
"Nun, ich weiss nicht, was sie hier wollen, aber ich schätze mal, Drakken will meine Pläne zur Welteroberung sabotieren!"
"Nun, eigentlich..."
"Er hörte mir gar nicht zu. Aber das tat der Giftzwerg ja nie."
"Nur weil Drakken es nicht schafft selbst die Welt zu erobern, muss er mich daran hindern. Der benimmt sich wie im Kindergarten!"
"Wissen sie..."
"Doch genug ist genug! Meine Zeit ist gekommen! Niemand wird mich aufhalten können! Handlanger! Attacke!"
Ein Dutzend weiterer Handlanger seilte sich von der Decke hinab und umzingelte die zwei Besucher.
"Die...schaffst du doch auch noch. Habe ich Recht?"
"Klar. Setz dich irgendwo hin und genieße die Show." Sie zog ihre Stöckelschuhe aus und reichte sie Tyler. "Und sei so nett und halte die hier so lange."
47,2 Sekunden später war der Kampf auch schon wieder vorbei.
"Hey, ich hab's doch noch drauf. Meine Schuhe, bitte."
Während sich Shego in Ruhe besohlte, tat Dementor das, was er am besten konnte: Wutanfälle bekommen.
"Das kann doch nicht wahr sein!! Wofür bezahle ich diese Versager eigentlich!? Bin ich denn der Einzige hier, der etwas auf die Reihe bekommt!? Aber die Weltherrschaft gehört mir! Meine Weltuntergangsmaschine läuft bereits und niemand kann sie stoppen!"
Shego sah sich kurz im Raum um. Ihr Blick fiel auf einen großen, grauen Kasten, der wie eine Waschmaschine vibrierte.
"Ist das die Weltuntergangsmaschine?"
"Ganz recht. Und zwar die erste ohne Aus-Schalter! Versuche es also gar nicht erst!"
"Aus-Schalter?" fragte Tyler leise.
"Ach, frag nicht."
Shego ging zur Maschine, öffnete eine kleine Klappe an der Seite und riss eine Handvoll Kabel heraus. Egal was genau die Funktion dieser Maschine war, sie hörte sofort auf es zu tun.
"Das ist doch nicht möglich!" schrie Dementor und sprang wie Rumpelstilzchen auf und ab.
"Ja, wissen sie," sagte Shego, "der Aus-Schalter ist nur ein Weg, um so eine Weltuntergangsmaschine auszuschalten. Und neben dem, was ich da gerade getan habe, gibt es noch einen dritten Weg, aber den zu erklären, würde jetzt zu weit gehen. Sind sie nun bereit, mir zuzuhören?"
Dementor schlurfte mit hängenden Schultern zur nächstbesten Sitzgelegenheit.
"Wenn es denn unbedingt sein muss?"
"Ich will, dass sie für mich arbeiten."
"Der große Professor Dementor als einfacher Handlanger? NIEMALS!"
"Schauen sie sich doch an. Was haben sie zu verlieren? Sie sind ein kleiner, wütender Mann im fortgeschrittenen Alter. Sie standen kurz vor der Weltherrschaft, aber noch nichtmal Kim Possible hat es interessiert."
"Ja, das ist in der Tat wahr. Normalerweise steht sie doch immer als Erste auf der Matte."
"Sie sollten wirklich eine Umorientierung in Betracht ziehen. Ich ziehe gerade mit einigen Geschäftspartnern meine eigene Verbrecherorganisation auf. Ich hätte einen Job für sie, als Service Manager im Chief Executive Office. Interesse?"
Mit stolz geschwellter Brust sprang er auf und rief: "Ja! Natürlich! Wo muss ich unterschreiben!?"
"Ich werde mich bei ihnen melden. Schön sie an Bord zu haben."
"Schön an Bord zu sein. Und ich dachte immer, sie könnten mich nicht leiden."
"Wie kommen sie denn auf so etwas? Also wir sehen uns, Service Manager."
"Was immer sie sagen, Chefin."
Schnell, aber darum bemüht nicht zu schnell zu sein und Verdacht zu erregen, verließ Shego Dementors Versteck. Tyler hatte trotzdem Probleme, mit ihr Schritt zu halten.
"Ich kenne diesen Mann erst seit ein paar Minuten, aber ich mag ihn schon jetzt nicht," flüsterte er Shego ins Ohr, als er sie endlich einholte. "Warum bietest du ihm eine Führungsposition an?"
"Weisst du, mein Sohn, ich mag ihn ebenfalls nicht und wichtig klingende Berufsbezeichnungen sind billig zu haben."
"Ich glaube, ich weiss worauf du hinaus willst."
"Kluger Junge. Komm, eine Person müssen wir noch abhaken."
"Der, für den du dich so herausgeputzt hast, stimmts?"
Schlagartig blieb sie stehen und sah Tyler sprachlos an. Sie war nicht oft sprachlos, aber er hatte sie diesmal wirklich kalt erwischt.
"Also...du...das..." stammelte sie.
"Komm schon. Ich weiss, wie man das Internet benutzt. Ihr zwei wart mal ein Traumpaar. Und selbst ein Blinder würde bemerken wie du dich verhältst, wann immer über ihn geredet wird." Er legte seine Hand auf Shegos Schulter. "Mama, ich versuche nicht, mich über dich lustig zu machen oder so. Ich will, dass du glücklich bist und natürlich sollst du wissen, dass du immer zu mir kommen kannst, wenn du jemanden zum reden brauchst."
Shegos Anspannung löste sich und sie lächelte erleichtert.
"Okay, ich glaube dir. Aber Hand aufs Herz, mich sprachlos zu erleben und mir dann so eine Ansprache zu halten, hat dir mehr Spaß gemacht, als es sollte, oder?"
"Ja, doch, etwas."
"Das ist mein Sohn. Komm, gehen wir zu Dr. Drakken."
"Deinem Loverboy."
"Ach, halt den Mund."
"Beunruhigt dich etwas? Rede mit mir, Mama. Rede mit mir."
"Im Ernst. Klappe."