"Mittwoch. Ich hielt jeden Montag, Mittwoch und Freitag zu Arbeitsbeginn eine Konferenz mit meinen Projektleitern ab, um über ihr weiteres Vorgehen informiert zu werden und ihre Vorschläge zu diskutieren."
Der Konferenzraum befand sich im Keller des Bergverstecks. Er war für einen Raum dieser Art nicht besonders groß. Der runde Tisch in der Mitte nahm schon den meisten Platz ein. Und die O-förmige Lampe, die über besagtem Tisch den Raum erleuchtete, hing tief genug, damit sich so mancher Konferenzteilnehmer in schöner Regelmäßigkeit den Kopf daran stieß.
Und als sich die Gruppe, bestehend aus Shego, Quint, Tyler, Big Mike, Vinnie, Junior, Drakken, Motor Ed, DN-Esther, sowie jeweils einem Assistenten der drei letztgenannten, zum ersten Mal dort versammelte, passierte dies mehr als nur einmal.
"Also, können wir jetzt anfangen?" fragte Shego die Anwesenden. Während sie sich die Beulen an ihren Köpfen rieben, murmelten sie irgendetwas daher, was von Shego als Zustimmung aufgefasst wurde. "Gut, dann los. Dr. D, was haben sie für uns?"
Drakken sortierte ein paar Stichwortkarten vor sich auf dem Tisch, räusperte sich einmal, stand von seinem Stuhl auf und stieß sich erneut den Kopf an der Lampe. Das schadenfrohe Gekicher um ihn herum ignorierend, begann er mit seinen Ausführungen.
"Liebe Anwesende, in der verhältnismäßig kurzen Zeit, die mir für die Recherche zur Verfügung stand..."
"Blablabla. Komm zur Sache. Echt jetzt," unterbrach ihn Motor Ed.
Drakken strafte seinen Cousin mit einem bösen Blick und murmelte: "Das wäre ich jetzt ohnehin." Er räusperte sich erneut und fuhr lauter fort: "In einem Labor haben die ein sehr interessantes Gerät entwickelt. Das sollten wir uns unter den Nagel reissen."
"Und, äh, was kann es?" fragte Tyler.
"Keine Ahnung. Ist geheim. Aber die hohe Sicherheitsstufe, die man braucht um zu wissen wozu es gut ist, ist Grund genug um es zu besitzen."
Mit einem lauten Pfiff richtete Shego die Aufmerksamkeit auf sich um formte mit ihren Händen das "Time Out"-Signal.
"Den Film kenne ich," sagte sie, "und das Ende gefällt mir ganz und gar nicht. Hast du denn nichts aus der Vergangenheit gelernt? Der Transdimensionale Strudel-Induktor, Ray-X, dieses komische Blob-Ding, das einen ganzen Zug auffraß. Immer wenn du etwas klauen wolltest, aber keine Ahnung hattest wozu es gut war, endete es schlecht. Naja, eigentlich hat es immer schlecht geendet, aber in diesen Fällen war es dann besonders schlimm. Also, sieh zu dass du herausfindest was es kann und dann reden wir weiter. Was hast du noch?"
"Das war alles," murmelte Drakken kleinlaut und setzte sich wieder hin.
Shego sah ihre Chef-Genetikerin an und sagte ihren Namen: "Esther."
"Ja?" antwortete DN-Esther grinsend.
"Wie sieht es bei dir aus?"
"Gut, danke der Nachfrage."
"Und...beruflich?"
"Monty ist immer noch versteinert, aber ich arbeite daran."
Ohne ein Wort zu sagen, stand Shego vorsichtig auf, ging zu einer Kühltruhe in der Ecke des Raumes, holte dort eine Flasche Mineralwasser heraus und setzte sich wieder hin.
"Weisst du," sagte sie, während sie die Flasche mit einem kräftigen Ruck öffnete, "du erinnerst dich schon daran, dass ich dir nur deshalb erlaube auf unsere Kosten an Monkey Fist zu arbeiten, weil du hauptsächlich Projekte entwickeln sollst, die dem Interesse unserer Organisation dienen."
Esther grinste immer noch.
"Ja, ich weiss."
"Und?"
"Hab noch nichts."
Shego seufzte einmal tief und trank einen Schluck aus der Wasserflasche.
"Ed?" fragte sie anschließend mit deutlicher Enttäuschung in ihrer Stimme.
Motor Ed fing sofort zu erzählen an.
"Also, ich bin immer noch dabei die Fahrzeuge aufzumotzen. Echt jetzt, was ihr da manchmal für Schrott gekauft habt, geht auf keine Kuhhaut. Aber die Panzer sind cool. Vor allem der schwebende."
"Ja, nicht wahr?" ergänzte Quint mit einem fröhlichen Lächeln auf den Lippen.
"Ausserdem sind mir so ein paar Ideen für ein paar weitere Fahrzeuge gekommen. Die besten Ideen kommen mir immer beim schweissen, echt jetzt. Ich will jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, weil noch nicht alles ausgearbeitet ist und so, aber eines dieser Fahrzeuge lässt sich ganz einfach herstellen, indem ich fünf einzelne zu einem einzigen Verbinde, echt jetzt!"
Shego verschränkte die Hände hinter dem Kopf und lehnte sich auf ihren Stuhl zurück.
"Ich sage es nur ungern und kann es selber nicht glauben, aber Ed ist tatsächlich der Einzige, der hier seinen Job zufriedenstellend erledigt."
"Danke, Babe! Äh, Boss. Echt jetzt."
"Ich lasse es euch noch dieses eine mal durchgehen, weil wir ja gerade erst angefangen haben. Aber Freitag will ich gefälligst konkrete Vorschläge von euch. Und jetzt zurück an die Arbeit!"
Der Rest der am Tisch sitzenden sprang so schnell auf, dass sie alle gleichzeitig gegen die Lampe stießen. Kurz darauf erhellte ein grünes Leuchten den nun dunklen, von Schmerzensstöhnern durchzogenen Raum.
"Los, folgt dem Licht, immer hier entlang. Ja, ganz vorsichtig, kommt zu mir, hier ist die Tür. Das macht ihr gut, dafür bekommt ihr ein Klebesternchen in eurer Beurteilung."
"Echt jetzt?"
"Ach, sei ruhig."
"Da Montag-, Mittwoch- und Freitagmorgen für die Arbeitskonferenzen reserviert waren, fanden meine Trainingseinheiten mit dem Ehepaar Senior an diesen Tagen erst danach statt. Ich nehme das Training sehr ernst und wollte es nicht dreimal die Woche halbherzig erledigen, nur weil ich noch andere Termine hatte."
Als Shego die Turnhalle betrat, wärmten sich Bonnie und Junior schon auf.
"Schön, euch zwei so fleissig zu sehen."
"Ja, weisst du, es sind nur zwei Stunden mehr Schlaf, aber sie wirken Wunder," sagte Junior.
"Dann erwarte ich aber, dass du heute auch besser bist als gestern und vorgestern. Bei dir hingegen, ist eine Steigerung nicht unbedingt notwendig, Bonnie. Du hast jetzt schon alle Erwartungen übertroffen."
"Natürlich habe ich das. Hast du etwas anderes erwartet?"
"Sei nicht so arrogant. Du bist sehr gut, aber Arroganz muss man sich verdienen. Und heute ist dein Glückstag! Los, hol dir dein Arroganz-Abzeichen!"
Ohne Vorwarnung schoss Shego einen ihrer Strahlen direkt vor Bonnies Füße und warf sich in Kampfpose.
"Ach ja, Bonnie. Sie war so unglaublich talentiert und steckte so voller Bosheit. Ich wünschte mir, ich hätte sie früher kennengelernt. Aber...wenn ich es mir genau überlege, wünsche ich mir eigentlich, ich hätte sie nie kennengelernt."
Natürlich konnte Bonnie ihre Lehrerin nicht besiegen, aber das bedeutete nicht, dass sie sie nicht stolz machte.
Shego blickte auf ihre am Boden liegende Schülerin hinab.
"Hast du gut gemacht. Los, steh auf."
Sie reichte Bonnie die Hand, welche sie schmollend annahm und sich daran hochzog.
"Ach nein," rief sie plötzlich entsetzt, "mir ist schon wieder ein Fingernagel abgebrochen. Ich hatte erst letzte Woche eine Maniküre!"
"Ja, das ist einer der größten Nachteile eines Kämpferlebens."
Bonnie betrachtete den Schaden an ihren Nägeln.
"Ich glaube, dann will ich nicht mehr kämpfen."
"Machst du Witze? Bei dem Talent solltest du gar nichts anderes mehr machen! Ich habe in den letzten Jahrzehnten eine ganze Mappe voller Nagelpflegetipps angelegt. Glaube mir, ich weiss genau was du durchmachst, aber ich weiss auch, was man dagegen tun kann. Aber erst..." Sie drehte sich zu Junior. "Zeig mal, was du so drauf hast!"
Wie erwartet kam Junior nicht an das Niveau seiner Frau heran. Trotzdem war Shego nicht vollends enttäuscht.
"Nicht übel, Junior. Langsam kommst du wieder in Form."
Junior stand langsam vom Boden auf.
"Ja, was tut man nicht alles um seinen Vater zufrieden zu stellen. Und seine Frau. Und seine Lehrerin. Vor allem die Lehrerin. Die wird ja immer gleich so schnell wütend!"
"Nur wenn man sie wütend macht und um ehrlich zu sein, bin ich im Moment sehr zufrieden mit eurer Leistung. Los, auf den Boden mit euch. Ich will von jedem 25 Liegestütze sehen."
Während sich Herr und Frau Senior auf dem Turnhallenboden abrackerten, flüsterte Bonnie ihrem Mann zu: "Sie sagte doch, sie sei zufrieden mit uns. Warum belohnt sie uns dann nicht?"
"Glaube mir, meine Süße, uns nur 25 Liegestütze machen zu lassen ist ihre Art uns zu belohnen. Ich habe das alles schon durchgemacht. Immerhin habe ich diesmal dich an deiner Seite. Damit wird alles viel erträglicher."
"Ich habe so einen romantischen Ehemann."
Die aufkeimende romantische Stimmung wurde sofort von der Trainerin unterbunden.
"Hey! Weniger knutschie-knutschie, mehr Liegestütze! Zwingt mich nicht, euch getrennt zu trainieren!"
"Dann kam der unangenehmste Teil in meiner Position als Chefin einer kriminellen Organisation. Der Papierkram."
Shego stand vor dem großen Panoramafenster in ihrem Büro und bewunderte die kilometerweite Aussicht über die Berglandschaft, gleich hinter North Southeastwestington. Sie nippte an einer Tasse Tee und freute sich darauf, so bald wie möglich alle Vorbereitungsphasen abzuschließen und wieder das zu tun, was sie am liebsten tat: Verbrechen ausüben.
Doch mehrere Tritte, die von aussen gegen ihre Bürotür gerichtet waren, rissen sie unsanft aus ihren Gedanken.
"Was bitte sehr soll das!?" rief sie, während sie erbost zur Tür lief.
Als Shego diese mit einem kräftigen Ruck öffnete, wurde sie von Quint unschuldig angelächelt.
"Tut mir leid, ich hatte die Hände voll."
Shegos Blick fiel auf den großen Papierstapel, den Quint in ihren Händen hielt.
"Was ist das?" fragte sie.
"Papierkram. Darf ich bitte mal vorbei?"
Quint schlängelte sich elegant an Shego vorbei und ging zum Schreibtisch.
"Was für Papierkram?"
"Wichtiger Papierkram, den ich dir gerne ersparen würde," antwortete Quint und ließ den Papierstapel auf den Schreibtisch fallen. "Jetzt, wo du einen sehr großen Betrieb leitest, hast du es auch mit sehr viel Papierkram zu tun. Glaube mir, schon meine kleine Imbissstube verursachte mehr als genug davon."
Vorsichtig blätterte Shego mit dem Daumen durch die obersten Blätter.
"Was ist das?"
"Die Frage hatten wir schon."
"Nein, ich meine..."
"Rechnungen, Genehmigungen, Versicherungen und noch viel mehr was auf 'ungen' endet."
"Und was soll ich damit?"
"Durchlesen, unterschreiben, ankreuzen, was auch immer verlangt wird."
"Warum? Wir sind eine 100% illegale Verbrecherorganisation!"
"100% illegal bedeutet nicht, dass wir uns an überhaupt keine Regeln halten."
"Aber ich verstehe von so etwas nichts. Kannst du das nicht machen? Du hast mehr Erfahrung darin."
"Was denkst du, was ich in den letzten zwei Tagen gemacht habe? Das hier ist nur der Papierkram, mit dem du dich auf jeden Fall befassen musst. Glaube mir, ich habe dir schon viel Arbeit abgenommen."
"Können wir das nicht aufs Wochenende verschieben?" seufzte Shego.
"Willst du tatsächlich dein Wochenende damit verbringen? Sieh dir den Stapel an! Heute ist erst Mittwoch! Bis zum Wochenende wird der noch kräftig wachsen." Quint zog einen Stuhl an Schreibtisch heran und setzte sich. "Komm, ich helfe dir."
"Was würde passieren, wenn all diese Unterlagen einen...kleinen Unfall hätten?"
Eigentlich wäre es nicht nötig gewesen, diese Andeutung visuell auszuführen. Trotzdem entflammte Shego eine Hand und kam damit gefährlich nah an den Papierstapel.
"Wenn diese Unterlagen einen Unfall hätten, gäbe es immer noch Kopien davon," antwortete Quint unbeeindruckt. "Und wenn diese Kopien auch einen Unfall hätten, gäbe es noch weitere Kopien. Und sollten all diese Kopien durch eine unglückliche Verkettung von Unfällen ebenfalls vernichtet werden, müssen wir jedes einzelne dieser Formulare neu anfordern, was in noch viel mehr Arbeit ausarten wird, als wir ohnehin schon haben. Ich will dir natürlich nicht unterstellen, dass du so einen Unfall planen würdest..."
"Nein, würde ich doch nie."
"Aber es wäre besser wenn dem Papierkram nichts passieren würde."
Shego löschte ihre Hand, seufzte und setzte sich mit hängenden Schultern an ihren Schreibtisch.
"Dann fangen wir mal an. Und wenn du noch einmal 'Papierkram' sagst, hast du vielleicht einen Unfall. Nicht, dass ich etwas andeuten will."
"Nein, natürlich nicht."
"Wir verbrachten den ganzen Nachmittag mit dem ausfüllen der Formulare. Und es war nicht der letzte, verschwendete Nachmittag. Sollte ich eine Hitliste, mit all den meist gehassten Dingen aus meiner Ära als Anführerin einer Verbrecherorganisation aufstellen, wäre das garantiert unter den Top 3. Am Abend brauchte ich erstmal eine Aufmunterung."
Dr Drakken lag in seinem Bett. Auf seinem Bauch hatte er einen Pizzakarton, in einer Hand eine Flasche Cola und in der anderen eine Fernbedienung. Er hatte sich schon auf einen gemütlichen Fernsehabend gefreut, als es plötzlich laut an der Tür klopfte. Drakken drehte schnell den Fernseher leiser und verhielt sich still. Auf Besuch hatte er jetzt wirklich keine Lust. Als sich aber die schwere Eisentür zu seinem Zimmer öffnete, merkte er dass er keine Wahl hatte.
"Hey, Dr. D. Um die Zeit schon im Bett?" fragte Shego, sich locker im Türrahmen anlehnend.
"Ich habe Feierabend, Shego. Den kann ich verbringen, wo ich will. Und ausserdem, war meine Tür nicht abgeschlossen?"
Sie ging langsam auf Drakkens Bett zu.
"Doch, war sie, aber da mir das Gebäude gehört, kenne ich auch den Code um jede Tür zu öffnen. Oh, lecker, Pizza. Rück mal bitte ein Stück zur Seite, ich muss mich auch hinlegen." Mit einem sehr widerwillig klingendem Stöhnen tat Drakken worum sie ihn gebeten hatte. "Was siehst du dir denn da an?"
Shego setzte sich neben Drakken auf die Bettkante und griff sich ein Stück Pizza.
"Im Tal der Seelenqualen."
"Ist die Serie nicht uralt?"
"Nein, das ist eine Neuauflage. Mit jungen, hübschen Schauspielern und dem heutigen Zeitgeist der Jugend angepasst."
"Aha. Das kann ja nichts werden. Hey, wer spielt denn die Mutter? Die kommt mir bekannt vor."
"Das ist diese Heather. Die war damals ein großer Teeniestar."
"Ja, an die erinnere mich noch. Eine schreckliche Schauspielerin war sie."
"Und sie ist in all den Jahren nicht wirklich besser geworden."
"Na das muss ich doch sehen."
Mit diesen Worten warf Shego ihre Beine aufs Bett, lehnte sich zurück und biss genüsslich in ihr Pizzastück. Drakken versuchte dabei, sie so unauffällig wie möglich zu beobachten. Er hatte kein Problem damit, die Frau ohne die er so lange Zeit auskommen musste, neben sich liegen zu haben. Er hatte nur wie immer keine Ahnung, wie er nun reagieren sollte. Und er hasste es, mit jemandem seine Pizza zu teilen. Egal wer es war.
Es dauerte weniger als zehn Minuten bis zur ersten Werbepause. Nicht nur um Shego davon abzuhalten, das letzte Pizzastück zu nehmen, beschloss er mit ihr zu reden.
"Warum bist du hier?"
Shego hatte diese direkte Frage nicht erwartet.
Sie nahm das letzte Stück Pizza aus dem Karton und stammelte: "Ähm, ich...ich...ähm...warum fragst du das?"
"Naja, du schienst mir in letzter Zeit immer aus dem Weg zu gehen und plötzlich kommst du hier einfach reinmarschiert."
"Wann bin ich dir aus dem Weg gegangen?"
"Zum Beispiel in den letzten 20 Jahren."
Für ein paar Sekunden war Shego erneut sprachlos.
"Es waren nicht wirklich 20 Jahre," erwiderte sie schließlich.
"Es fühlte sich sogar viel länger an."
Voller Empörung sprang Shego aus dem Bett auf und warf das Pizzastück erstaunlich zielgenau zurück in den Karton.
"Was soll das denn jetzt bedeuten? Woher kommt die plötzliche Feindseligkeit!? Alles was ich wollte, war ein entspannter Feierabend und mein Handgelenk ausruhen, nachdem ich den Nachmittag damit verbracht habe meinen Namen öfter zu schreiben, als bisher in meinem gesamten Leben zuvor! Und dann machst du mir einfach Vorwürfe wegen etwas, das ich vor 20 Jahren gemacht habe!"
Drakken setzte sich aufrecht hin.
"Aha, also waren es doch 20 Jahre!"
"Nein! Und...halt den Mund!"
Drakken wusste nie, wann er den Mund halten sollte. Diesmal wollte er es aber auch nicht.
"Erst wenn du mir sagst, was so viel wichtiger war als meine Pläne zur Weltherrschaft und...naja, ich!"
"Nun, ich war es anscheinend nicht! Du hast dich ja für nichts anderes interessiert! Ich wette es hat eine Woche gedauert, bis dir überhaupt auffiel, dass ich weg war!"
"Das ist nicht wahr! Allerdings bist du ja schon öfter verschwunden, ohne Bescheid zu sagen. Aber dann warst du spätestens am nächsten Morgen wieder da."
"Und wie lange hat es gedauert bis dir klar wurde, dass ich wohl endgültig weg war?"
"Eine Woche," seufzte Drakken. "Weisst du, ich hätte dich damals wirklich brauchen können. Nicht nur, als ich meinen Plan ausgeführt habe, auch als ich danach mal wieder im Gefängnis gelandet bin. Ich musste von Ed rausgeholt werden. Und der hat sich sehr viel Zeit gelassen! Aber genug von mir. Wo warst du?"
"Ich war hin- und her gerissen. Einerseits wollte ich Drakken alles erzählen, aber andererseits fand ich, dass es noch immer nicht der richtige Zeitpunkt dafür war."
"Nun?" fragte Drakken.
Shego seufzte.
"Können...wir es vorerst dabei belassen, dass einfach ein paar Dinge passiert sind, die mich zu diesem Schritt gezwungen haben und ich mich wenigstens dafür entschuldige, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe."
Jetzt war es Drakken, der seufzte.
"In Ordnung. Du wirst mir ohnehin nichts erzählen, wenn du nicht willst."
Er ließ sich zurück ins Bett fallen, schnappte sich das Stück Pizza und widmete sich wieder seiner Lieblingsserie.
Shego vergrub die Hände in ihren Taschen und sagte leise: "Nun, ich gehe dann mal wieder."
Drakken sah sie überrascht an. "Was? Wieso? Komm doch wieder her."
"Im Ernst?"
"Im Ernst. Und wenn du willst, bestelle ich noch eine Pizza."
"Nein, das wird nicht nötig sein," sagte sie und setzte sich wieder neben Drakken ins Bett.
"Ich bestelle trotzdem noch eine. Du hattest viel mehr davon als ich."
"Tut mir leid." Vorsichtig legte sie ihren Kopf auf seine Schulter. "Ach übrigens, bei Gelegenheit musst du mir mal erzählen wie du auf die Idee gekommen bist, Zyxpic zum Casting zu schicken um mich weichzuklopfen."
"Du weisst davon?"
"Ich weiss alles."
"Das glaube ich dir nicht."
"Ich weiss. Und ich hoffe, dass du auch weiterhin soviel Elan beim Pläne schmieden zeigen wirst."
"Keine Angst, das werde ich. Und es wird dich freuen zu hören, dass ich herausgefunden habe, wozu das Gerät gut ist, von dem ich heute Morgen in der Konferenz sprach."